„Wieso machst du dieses Sabbatjahr eigentlich?“

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In der letzten Woche, bevor ich mein Sabbatjahr begonnen habe, habe ich einen Großteil meiner Arbeitszeit einerseits damit verbracht meine Vertreterin (fast)  überall vorzustellen und mit ihr über unsere Abläufe bzw. Strukturen zu reden und andererseits mich vor allem auch von „meinen“ Kindern und Jugendlichen zu verabschieden. Ein Junge stellt mir bei unserem vorletzten Treffen dann diese Frage.

Ach wenn ich mich nicht mehr an meine genaue Antwort erinnern kann, glaube ich, dass diese wohl kaum umfänglich war. Außerdem beschäftigte mich die Frage selber noch eine Weile. (Es ist faszinierend, dass gerade Kinder es manchmal ganz einfach schaffen den Kern einer Fragestellung zu treffen.)

Wenn ich über diese einfache Frage nachdenke, habe ich keine einfachen Antworten. Zunächst bin ich mir allerdings sicher, was keine Gründe für diese Auszeit sind. Ich versuche nicht irgendetwas los zu werden oder zu entfliehen. Ich lebe und arbeite sehr gerne in Wernigerode. Fühle mich sehr gut integriert, habe Spaß an meiner Arbeit, mag meine Kolleginnen und begleite sehr gerne meinen Kindern und Jugendlichen ein Stück auf ihrem Weg durchs Leben. Natürlich gibt es immer auch Kleinigkeiten über die ich mich mal ärgere, oder die ich mir anders wünschen würde, aber grundsätzlich – auch gerade, wenn ich mich mit anderen vergleiche – finde ich mein Leben schon echt ok. — Dennoch fand ich den Gedanken seltsam, bis zur Rente einfach nur so weiter vor mich hin zu leben/arbeiten, daher habe ich mich vor guten zwei Jahren zu dieser Zäsur entschlossen. (Eine meiner Lebensregeln ist es, Änderungen gerade dann zu initiieren, wenn es mir gut geht und nicht, wenn alles schwierig ist, da ich glaube dass ich Probleme eh – sozusagen im Handgepäck – mitnehmen würde.)

Ich erwarte von diesem Jahr also vor allem einen etwas distanzierten Blick zurück auf mein Leben, um mit etwas Abstand besser entscheiden zu können, ob ich alles so weiter machen möchte. Außerdem erhoffe ich mir die Möglichkeit ein paar Dinge zu ändern, die sich eingeschlichen hatten und welche ich immer schon mal ändern wollte. Wenn ich in einem Jahr wieder in dieses Leben zurückkehre und wieder an die Zeit vor dem Sabbatjahr anschließe, wird es sicher viel Kontinuität, aber auch einige Brüche geben. Dem blicke ich – zeitweise auch ängstlich, aber überwiegend –  hoffnungsvoll entgegen. Das letzte mal, dass ich ein Jahr mal weg war, hat sich sicher viel geändert (wenn auch nicht so radikal, wie mir prognostiziert wurde), aber insgesamt fast alles zum positiven.

Ich mache dieses Jahr also zunächst erstmal, um in Ruhe zurück zu blicken. Wohin es mich führen wird und was ich für mich lerne, ist und bleibt auch für mich eine große Überraschung…

Das Gernot Buch

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Hallo,  nun habe ich mich nach langem Suchen für dieses Tagebuch entschlossen. Ich muss mich wohl erst einmal mit der Handhabung vertraut machen und die folgenden Einträge werden dann hoffentlich weniger „holprig“.

Den Titel habe ich gewählt, weil die Kinder vom Bauwagen zum Abschied in mein Sabatical spontan ein gleichnamiges Buch gebastelt haben. (Um die Personen zu schützen, von denen ich schreibe, werde ich versuchen Namen zu vermeiden – oder zu ändern. Die englische Version ist keine Übersetzung, sondern eher eine sinngemäße Wiedergabe, damit auch meine nicht deutschsprachigen Freunde folgen können.)

 

Hello, after searching for some time, I finally decieded for this diary. Now I will have to figure out how everything works and hope the next notes will be more fluently.

I have decided for the title (the Gernot book), because of a book the kids from the site caravan spontaniously tinkered for me, before I left for my sabatical. (In order to protect the people I write about, I’ll try to avoid names – or change them. This is no translation of the german version above, but should contain more or less the same context.)

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