Richtung Marmara-Meer

Meinen Abschied von Antalya gestalte ich, indem ich mit einigen Kassenkameraden Fisch essen gehe und noch einmal für meine Gastfamilie koche. Nach diesen Verabschiedungen und dem bestandenen Abschlusstest (94% – was vor allem daran liegt, dass ich die Kurse in verkehrter Reihenfole gemacht habe), reise ich mit einem Fernbus nach Eskişehir.

Anders als der Name vermuten läßt, ist dies eine sehr moderne und dank zweier Universitäten recht junge Stadt. Vor allem die Pomenade am Fluß, die Parks und das Altstadtviertel sind sehenswert zurecht gemacht. Der Vetter meiner Türkischlehrerin spielt dort für mich den Reiseleiter. Mein Zimmer teile ich mir mit einem indischen Touristen, der sehr auf Durchzug bedacht ist und daher ständig unsere Zimmertür offen läßt. Was mich hier noch stört, werde ich in meiner nächsten Unterkunft immitieren…

Diese liegt zentral im Zentrum Bursas. Das günstige Hotel, welches ich auf den Rat meines Taxifahrers vom Busbahnhof beziehe, ist spatanisch eingerichtet (so hat es etwa nur ein Bad für zwei Etagen) und der beste Weg es auf eine erträgliche Temperatur abzukühlen ist Tür und Fenster weit aufzureißen.
In Bursa besuche ich die Reste der alten Zitadelle, die Altstadt, das archiologische Museum und mehrfach einen nahe gelegenen Park. Dem Großstadtlärm entfliehend, mache ich an einem Tag auch einen Ausflug auf den Hausberg Uludağ. Dazu nutze ich die Seilbahn. 8,7 km weiter, ein mal Umsteigen später und knapp 1600 Meter höher empfängt mich ein dichtes Waldgebiet. Beim Wandern durch dieses beschließe ich, dass Bursa trotz des Baubooms der letzten Jahre, immer noch zurecht den Beinamen „yeşil“ (grün) trägt. Ich verabschiede mich von dem Berg – der in helenistischer Zeit von den Anwohnern ebenfalls als Olymp bezeichnet wurde – indem ich nahe seines Gipfels ein Erfrischungsgetränk trinke, welches heute seinen Namen trägt.

Mit einem neuen Busticket bewaffnet und mittlerweile drei bandgierten Zehen, unter denen ich mein letzes Blasenpflaster gerecht aufgeteilt habe (igendwie habe ich nur Schuhe, die entweder der Hitze oder weiten Strecken gerecht werden), mache ich mich auf den Weg zu meinem Bauernhof.

Ein Gedanke zu „Richtung Marmara-Meer“

  1. Hallo Gernot,
    schön jetzt nach einiger Zeit wieder so viel von Dir zu lesen 😀 Ich wünsch Dir weiterhin eine gute Reise mit noch vielen schönen Erlebnissen! Viele Grüße, Conny

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