Ausreise aus der Türkei


Zum Abschied von der Yonca Lodge mache ich am letzten Tag mit den beiden Mädels von der Rezeption nochmal einen Ausflug nach Fethiye. Nach etlichen Kurierdiensten essen wir gemeinsam Dürüm und lassen den Abend bei Livemusik ausklingen.

Am nächsten Tag fahre ich mit Fernbussen ins griechisch-bulgarisch-türkische Dreiländereck. Ich hatte mich gegen einen Zwischenstop entschieden und erreiche so Edirne nach einer über 16stündigen Fahrt. Dort komme ich in einem Hostel in der Nähe der Innenstadt unter. Ich besuche ein kleines Museum, esse das lokale Lebergericht und besichtige gemeinsam mit meinem gesangsbegabten Zimmergenossen eine der Hauptmoscheen. Außerdem bereite mich auf meine Ausreise vor, indem ich zweimal zum Bahnhof fahre und dort – sowie bei der Touristen Informationen – versuche Details über den Zug nach Sofia in Erfahrung zu bringen. Die türkische Eisenbahn macht auf mich allerdings eher den Eindruck, als würde sie nicht mit Passagieren rechnen und so bekomme ich kein Ticket, zum Teil widersprüchliche Informationen (leider auch nicht immer richtige) und finde mich in der Nacht zum 14. März am Gleis wieder und hoffe im Zug selber erfolgreicher zu sein.
Dort bekomme ich dann auch mein Ticket – oder vielmehr alle drei. Eines für das türkische Teilstück, von einem anderen Schaffner das für mein Schlafabteil (es gibt keine anderen Abteile) und nach einem längeren Aufenthalt an der Grenze, das Ticket der bulgarischen Eisenbahn. Dieses kann allerdings nur in Euro bezahlt werden, die ich nicht in ausreichender Menge habe. Nachdem ich mich eine Weile über diese Organisation beschwere, erbarmt sich der türkische Schaffner und wechselt meine Lira in Euro, so dass ich auch diese Hürde überwinden kann. Zur Versöhnung lädt er mich kurz vor Sofia sogar noch auf das obligatorische Heißgetränk ein – wobei ich vermute, dass es eh im Preis enthalten war.

In Sofia beschließe ich spontan eine Nacht zu verbringen, da meine Verdauung ein wenig rebelliert. Das gibt mir die Möglichkeit mich auszuruhen und die Stadt ein wenig zu erkunden. (Wobei mich sowohl die Schrift, als auch das seltsame Verhalten der Einheimischen – sie gehen nur bei grün über die Straße und halten für Fußgänger an – zunächst etwas verwirrt.)

Von dort fahre ich mit Regionalzügen weiter nach Rumänien. Die Fahrkarten für zwei der vier Züge meiner nächsten Etappe bekomme ich – trotz heftiger Umwerbung eines Fernbusagenten – am Schalter im Hauptbahnhof. So dass ich recht problemlos von Sofia in die an der Donau gelegenen bulgarischen Grenzstadt Vidin fahren kann und von dort (nachdem ich ein Ticket für die restliche Strecke erstanden und die beiden Grenzkontrollen passiert habe) ins rumänische Craiova.

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