Yonca Lodge in Lykien

Nach dem Besuch meiner Bekannten in Denizli, wo ich ihrer Tante bzw. Mutter kennen lerne und später mit ihr sowie ihrer Cousine die Stadt bei Nacht erkunde, reise ich ans Mittelmeer zurück. Mein Ziel ist diese mal aber nicht Antalya, sondern Fethiye… oder vielmehr eine kleine Lodge in einem Dorf in der Nähe von Fethiye. Da ich nicht weiß, wo mein Dolmuş vom Busbahnhof lang fährt, springe ich bei der erst besten Möglichkeit von Bord und spazieren mit meinen beiden Taschen die letzten Kilometer bis zu meiner zukünftigen Arbeitsstelle (nicht ohne 150 Meter vor dieser an einer weiteren Dolmuş-Haltesetelle vorbei zu kommen – aber jetzt kenne ich wenigstens schon mal das Dorf).
In der Lodge bin ich geradezu luxuriös in einem der Gästezimmer untergebracht. Da die Saison erst im April beginnt, sind diese zur Zeit frei. Meine Aufgaben sind vor allem, neue Beete mit Erde aufzufüllen und Bäume sowie Rosen von Gras und Wildkräutern zu befreien. Dabei verfolgen mich zunehmend zutraulich die Hühner, in der Hoffnung auf zu Tage beförderte Würmer oder Insekten. Da ich ihnen leider nicht begreiflich machen kann, wann ich Feierabend habe, folgen sie mir auch an den Strand und fixieren mich erwartungsvoll. Zum Teil kommen sie so nah, dass ich sie mit der Hand wegstubsen kann/muss und einem trete ich sogar ausversehen auf den Fuß. (Zum Glück ohne es zu verletzen.)

Da es in der zweiten Woche häufiger regnet sammle ich nicht mehr Müll und Treibgut am Strand, sondern herabgefallene Äste am Bach, die ich dann der Nachbarskuh über den Zaun werfe und im Tausch ihre Milch trinken darf.

Außerdem besuche ich ein zweites Mal Fethiye (einmal war ich schon mit dem Sohn des Besitzers und seiner amerikanischen Freundin auf dem Gemüsemarkt), um mir die Ruine der Kreuzritterburg und die lykischen Felsengräber anzugucken.

Meinen neuen Standardkuchen backe ich einmal mit Äpfeln und einmal mit Orangenmarmelade, die ich von meinem letzten Bauernhof mitnehmen durfte (ein zweites Glas hatte ich in Denizli zum Essen beigesteuert).

An einem besonders verregneten Vormittag flüchte ich mich in die Rezeption und helfe beim basteln von kleinen Schachteln für die zukünftigen Gäste. Nebenbei planen wir meine Rückreise, da eines der Mädels praktischerweise aus Bulgarien stammt und mir beim Suchen der Züge nach und von Sofia hilft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.